Über acht Millionen Menschen sind eigenen Angaben zufolge Opfer eines Internetbetrugs geworden. Der größte Anteil dieser Betrügereien waren Abo-Fallen. Über fünf Millionen Bürger sind bereits auf eine derartige Masche im Netz hereingefallen. Alleine die Verbraucherzentrale Thüringen meldet, dass 2010 rund 3.000 Menschen das Beratungsangebot dazu in Anspruch genommen hätten. Zudem machen Abo-Fallen ein Großteil der Beratungstätigkeiten der Verbraucherschützer aus.
Abo-Fallen am weitesten verbreitet
Nach Zahlen des Meinungsforschungsinstituts infas sind elf Prozent der Internetnutzer, das sind entspricht 5,4 Menschen, 2009 und 2010 Opfer einer Abo-Falle geworden. Sie haben bei Gratisgewinnspielen oder Downloads unbeabsichtigt einen Vertrag oder ein Abonnement abgeschlossen. Hinweise, dass durch die Nutzung der Angebote ein entsprechender Vertrag abgeschlossen wird, werden dabei auf den Seiten meist so versteckt, dass die Nutzer diese nicht wahrnehmen.
Erfahrene Surfer trifft es öfter
Dabei hängt es nach Angaben von infas ausschließlich von der Intensität der Online-Nutzung ab, ob Menschen Opfer eines Internetbetrugs werden. Je häufiger jemand im Internet surft, desto öfter wird er Opfer dieser Betrugsform, fanden die Meinungsforscher heraus. Erfahrene und häufige Surfer, die die Gefahren kennen sollten, trifft es dabei öfter.
Mit Button gegen Abo-Fallen
In diesem Jahr soll eine Gesetzespaket von Justizministerin Sabine-Leutheusser-Schnarrenberg (FDP) das Geschäft mit der Abzocke erschweren. Ziel sei es, die Verbraucher vor unerwünschten Käufen oder Abonnements zu schützen. Künftig müssen Kunden im Internet unmittelbar vor der Bestellung die entscheidenden Informationen erhalten. Dazu zählen der Gesamtpreis, zusätzliche Kosten zum Beispiel für den Versand oder die Mindestlaufzeit eines Vertrages. Erfolgt die Bestellung über eine Schaltfläche, wie etwa einem Button, dann muss die Beschriftung gut lesbar sein und eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen.
Verbraucherrechte im Internet stärken
Die neue Verbraucherrechte-Richtlinie der EU, die Ende November 2011 verkündet wurde, beinhaltet auch eine Button-Lösung. Zwar haben die Mitgliedsstaaten bis zum Juni 2014 Zeit, die neuen Vorgaben aus Brüssel umzusetzen, Deutschland wird auf Betreiben des Justizministeriums die Umsetzung beschleunigen. Noch im Januar soll das Gesetzespaket vorliegen, das Verbraucherrechte im Internet stärken soll.